Entzündungen

  • akute Entzündungen einschließlich Blasen-, Nierenbecken-, Prostata- und Nebenhodenentzündung sowie infektiöse Hautveränderungen im Genitalbereich
  • Abklärung und Therapie chronischer Entzündungen (wiederholte Blasenentzündungen und chronische Prostatitis)

Zusatzinformationen für Patientinnen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

Liebe Patientin,

Bei etwa einem Fünftel aller Patientinnen mit einer Entzündung der Harnwege kommt es immer wieder zu Rückfällen, den sogenannten rezidivierenden Harnwegsinfektionen. Mit diesem Merkblatt möchten wir Sie hierüber genauer informieren.

Was können Sie selbst zur Vorbeugung einer Harnwegsinfektion unternehmen?

  • Versuchen Sie, ca. 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken.
  • Den Körper vor Unterkühlung schützen. Nasse Kleidung so schnell wie möglich, Badeanzüge sofort nach dem Bad wechseln.
  • Bitte nach jedem Geschlechtsverkehr innerhalb von 15 Minuten Wasser lassen.
  • Bei Harndrang sofort auf die Toilette gehen, nicht lange einhalten.
  • Beim Wasserlassen nicht stark mit der Bauchmuskulatur pressen, nicht in angespannter Hockstellung Wasser lassen.
  • Stuhlverstopfung vermeiden.
  • Nach dem Stuhlgang / Wasserlassen den Genitalbereich von vorne nach hinten abwischen. Nie dasselbe Toilettenpapier zweimal benutzen.
  • Baumwollunterwäsche tragen - keine Kunstfasern.
  • Nicht übertrieben den Intimbereich mit Seife waschen (1x tgl. reicht). Keine Desinfektionsmittel oder Intimsprays benutzen, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht angegriffen wird. Waschlappen täglich wechseln. Keine Gemeinschaftshandtücher benutzen. Spezielles Handtuch für den Intimbereich vorsehen.
  • Beim Wannenbad Schaumbäder oder Badezusätze vermeiden, weil diese die Harnröhre reizen können.

Was können Sie bei einer akuten Blasenentzündung tun?

Sie können in den ersten Stunden nach Beginn der Beschwerden versuchen, mit einer Steigerung der Trinkmenge ein Voranschreiten der Entzündung aufzuhalten. Auch die Einnahme pflanzlicher Medikamente hat sich bewährt. Falls keine Besserung eintritt, bei Flankenschmerzen, Fieber oder blutigem Urin, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Insbesondere bei wiederholten Blasenentzündungen in der Vorgeschichte empfiehlt es sich, vor Beginn einer Antibiotikatherapie eine Urinkultur anzulegen, um testen zu können, welche Medikamente bei Ihnen noch wirksam sind. Auch ohne Termin können wir Sie bei einer Akutsituation selbstverständlich jederzeit betreuen.
Ein bis zwei Wochen nach einer Therapie der Harnwegsinfektion ist es häufig ratsam - auch bei Beschwerdefreiheit - eine Urinkulturkontrolle durchzuführen, um sicherzugehen, dass keine Bakterien mehr im Harntrakt verblieben sind. Eine Urinabgabe in der Praxis ist hier ebenfalls ohne Terminvereinbarung jederzeit möglich.

Sinnvolle Abklärung und medizinische Vorbeugung wiederholter Harnwegsinfekte:

In Abhängigkeit der Häufigkeit und Ausprägung der Infektionen stehen uns mehrere diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um mögliche Ursachen zu erkennen und somit zu therapieren: neben Urin- und Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen der Harnwege und Röntgendiagnostik können auch eine Harnblasenspiegelung oder Abstrichuntersuchungen bei Ihnen und Ihrem Partner sinnvoll sein.

Ebenso wie die Diagnostik richten sich mögliche medikamentöse vorbeugende Maßnahmen nach dem Erscheinungsbild Ihrer Infektionen: Neben einer möglichen ursächlichen Therapie, gibt es von effektiven pflanzlichen Medikamenten, über Impftherapien bis hin zu milden Langzeitantibiotikagaben oder lokaler Östrogensubstitution, diverse sinnvolle und äusserst erfolgversprechende Therapieoptionen.
Auch hier beraten wir Sie gerne mit dem Ziel, Sie dauerhaft von Ihren belastenden Beschwerden zu heilen.